Schiefer und Altbau: alte Dächer mit Handwerk erhalten

Schiefer ist eines der langlebigsten Dachmaterialien überhaupt – und eines der anspruchsvollsten, denn jeder Stein wird von Hand bearbeitet. Hier erkläre ich, worauf es bei Schieferdächern und älteren Gebäuden ankommt.

Schieferdeckung an einem Altbau, Arbeiten an einer Gaube

Warum Schiefer so besonders ist

Schiefer ist ein Naturstein. Gut verlegt hält ein Schieferdach oft hundert Jahre und länger. Er ist wetterfest, nicht brennbar und passt sich fast jeder Form an: Türmen, Gauben, Rundungen und Kehlen, an denen andere Materialien an ihre Grenzen stoßen.

Dafür braucht es Handwerk. Bei der klassischen Altdeutschen Deckung wird jeder Stein einzeln zugerichtet, also auf der Baustelle mit dem Schieferhammer in Form gebracht, und passend zu seinen Nachbarn verlegt. Daneben gibt es regelmäßigere Deckarten wie die Schuppen- oder die Rechteckdeckung.

Typische Schäden an Schieferdächern

  • Rutschende Steine: Häufig ist nicht der Schiefer das Problem, sondern die Befestigung. Alte Nägel rosten mit der Zeit durch, und die Steine verlieren ihren Halt.
  • Gebrochene Steine, etwa durch Hagel, herabfallende Äste oder unvorsichtiges Betreten.
  • Undichte Kehlen und Anschlüsse an Gauben, Schornsteinen und Wänden.
  • Morsche Schalung unter dem Schiefer, wenn über längere Zeit Feuchtigkeit eingedrungen ist.

Einzelne Steine lassen sich gezielt austauschen, ohne die ganze Umgebung aufzunehmen. Ob eine Reparatur reicht oder die Deckung insgesamt erneuert werden sollte, hängt vom Zustand der Befestigung und der Schalung ab. Das sehe ich mir genau an.

Altbau: erhalten statt ersetzen

Bei älteren Häusern ist das Dach oft mehr als eine Hülle: Gauben, Gesimse und Zierelemente prägen das ganze Gebäude. Mein Ziel ist, möglichst viel von der alten Substanz zu erhalten und nur zu erneuern, was nötig ist.

  • Gauben instand setzen und neu verkleiden – mit Schiefer, Zink oder passend zum übrigen Dach.
  • Bauklempnerarbeiten wie Kehlen, Anschlussbleche und Dachrinnen aus Zink oder Kupfer.
  • Dachstuhl-Reparaturen, wenn einzelne Hölzer geschädigt sind.
  • Nachträgliche Dämmung, die zur alten Bausubstanz passt, damit keine Feuchteschäden entstehen.

Schiefer an der Fassade

Schiefer schützt nicht nur Dächer. Als Bekleidung an Giebeln, Gauben oder ganzen Fassaden ist er im Bergischen Land und im Sauerland seit Jahrhunderten zu Hause – ein dauerhafter Schutz für die Wetterseite eines Hauses. Auf Wunsch kommt dahinter gleich eine Dämmung, mehr dazu unter Energetische Sanierung.

Häufige Fragen

Ist Schiefer teurer als Ziegel?

In Material und Arbeitszeit ja. Dafür hält ein Schieferdach deutlich länger und braucht wenig Pflege. Über die Lebensdauer gerechnet wird der Unterschied kleiner.

Kann man ein Schieferdach dämmen?

Ja. Bei einer Neueindeckung lässt sich eine Dämmung von außen einbauen, bei einer Reparatur ist oft eine Dämmung von innen möglich. Wichtig ist, dass der Aufbau zur alten Bausubstanz passt.

Kann ich Schiefer durch Ziegel ersetzen lassen?

Technisch geht das meist, wenn die Dachneigung passt. Bei denkmalgeschützten Häusern oder in Gebieten mit Gestaltungssatzung ist es aber oft nicht erlaubt.

Ihr Schieferdach ansehen lassen

Ob einzelne Steine oder das ganze Dach: Ich sehe mir an, was zu tun ist – und was sich erhalten lässt.

Weitere Leistungen